Gründergeist aus dem Silicon Valley: eine neue Idee in einem jungen Umfeld

Das Interesse am eigenen Startup ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Gründerszene der Schweiz ist, ebenso wie in vielen Nachbarstaaten, vielfältig und kreativ. Doch so schnell wie manche gute Idee am Markt erscheint, so zügig ist sie auch wieder verschwunden. Die wohl häufigste Ursache ist, dass den Existenzgründern der finanzielle Schnauf ausgeht, um die Initiationsphase zu überstehen. Lean Startup will das verhindern.

Eine kurze Geschichte des Lean Start-ups

Der Begriff „Lean Startup“ stammt von Eric Ries, einem Silicon-Valley-Entrepreneur und damit Experten im Bereich der Unternehmensgründung. Er verwendete die Phrase erstmalig im Jahr 2009, zwei Jahre später erschien sein Buch mit dem gleichnamigen Titel, das bald ein Bestseller werden sollte. Das Ziel seiner Methode ist, ein Jungunternehmen, ein Produkt oder eine Marke mit möglichst geringem (Kapital-)Aufwand auf den Markt zu bringen. Damit stellt sich Ries bewusst gegen konservative Modelle, nach denen eine Idee zunächst in einem aufwändigen Prozess entwickelt und erst später zur Marktreife gebracht wird. Das Problem bei diesem klassischen Vorgehen steckt in der finanziell aufwändigen Entwicklungszeit. Vor allem echte Startups, die noch keine Kunden haben, müssen dafür eine erhebliche Summe investieren. Das Lean-Prinzip ist daher anders.

Schlank und schnell auf den Markt

Ein wesentliches Konzept des Lean Startups ist das „Minimum Viable Product“, kurz MVP. Hierbei handelt es sich im Wortsinn um die Minimalausführung eines Produktes. Es soll dafür nicht bis ins Detail perfektioniert sein, sondern gerade weit genug entwickelt, um es den ersten Kunden präsentieren zu können. Ziel ist dann nicht, einen grossen Umsatz zu generieren, sondern aus der Interaktion mit Käufern oder Interessenten möglichst viel zu lernen. Daran schliesst sich der nächste wichtige Schritt an: Das vorhandene Produkt wird optimiert. Es entsteht folglich ein Kreislauf aus Produktion, Interaktion mit dem Markt und Optimierung, der schliesslich zu einer verbesserten Produktion führt, womit der Zyklus erneut beginnt. Auf Englisch nennt Ries diesen iterativen Mechanismus BML: build, measure, learn (zu Deutsch: bauen, messen, lernen). Als ideal gilt der Prozess dann, wenn er möglichst schnell durchgeführt wird.

Lean Startup: eine gute Idee – für wen?

Eine zügige und günstige Produktentwicklung, die mit realen Markterfahrungen optimiert wird – das Konzept des Lean Startups klingt verlockend. Für wen ist es geeignet? Tatsächlich ist das grundsätzliche Prinzip nicht auf konventionelle Waren beschränkt. Dienstleistungen oder Webseiten lassen sich ebenso anbieten und testen wie Prototypen aus traditionellen Branchen. So kann zum Beispiel eine Landingpage zeigen, ob eine bestimmte Idee Erfolg haben kann, wer zur Zielgruppe gehört und welche Kundenwünsche zusätzlich wichtig sind.